Zürich

Zürich

Mitte der 80er Jahre gelang der Züricher Baudirektorin Ursula Koch mit ihrem kritischen Ausspruch "Zürich ist gebaut" der Sprung in die Geschichtsbücher der Stadt. Sie bezog sich damals im Detail auf die mangelhafte stadtpolitische Initiative, um Problemen Lösungen entgegenzustellen und die Attraktivität der Schweizer Großstadt wiederherzustellen. Es ist zwar fraglich, inwiefern dieser Satz als Inspirationsquelle diente, fest steht jedoch, dass er falsch war. Mit viel Kreativität, klarer Struktur und einem intelligenten Stadtmanagement, wurde aus dem einstigen Sorgenkind der Schweiz ein kulturelles und kommerzielles Zentrum, dessen Namen man in der Weltrangliste der Lebensqualität nie lang suchen muss.

Es ist kurios, in welches Weise die Stadt Zürich die Rotation der Erdkugel mitgestaltet. Obwohl innerhalb der Stadt lediglich 395.000 Einwohner leben, trägt sie ihren Ruhm als Metropole mit Stolz. Die hohe Konzentration des Finanzdienstleistungssektors ist dabei ein wesentliches Element für Zürichs Stellung im globalen Wirtschaftsverkehr. Auf dem Paradeplatz haben zahlreiche inländische und ausländische Finanzinstitute eine Repräsentanz und zieren die prunkvollen Gebäudekomplexe mit ihrem Namen. Neben den beiden Großbanken UBS und Credit Suisse, residieren ebenfalls die Schweizer Nationalbank, die Züricher Kantonalbank und weitere sogenannte global player in dem exquisiten Viertel der Innenstadt. Die Attraktivität des weitreichenderen Wirtschaftsraumes, der sogenannten Greater Zurich Area, basiert jedoch nicht nur auf international niedrigen Steuersätzen, sondern zuvorderst auf dem kulturellen Leben der Stadt.

Dass Qualität stets seinen Preis hat, wird in Zürich schnell deutlich. Die größte Stadt der Schweiz ist sogleich auch die teuerste Stadt der Welt. Im Gegensatz zu anderen Metropolen wie London oder Tokio reißt Zürich jedoch nicht nur einen Schlitz in den Geldbeutel seiner Besucher und Einwohner. Die Stadt ist ein Handelsplatz und die Erfahrung des städtischen Lebens ist ein gewinnbringendes Geschäft. Verlockend sind in diesem Kontext besonders die Sehenswürdigkeiten in der Altstadt. Der neu konzipierte Plan Lumière zur Beleuchtung der stadteigenen Kulturdenkmäler lädt den Besucher folglich zum Abendspaziergang ein, welcher in der stimmungsvollen Atmosphäre der Züricher Restaurants klangvoll und qualitativ sein Ende finden kann.